»Bach-Handschrift in Sachsen-Anhalt entdeckt«

Ein bedeutendes Ereignis - 273 Jahre alte Bachhandschrift entdeckt
07.06.2013

Bach verwendete bei dieser Abschrift das gleiche Papier wie für den Zweiten Teil des »Wohltemperierten Klaviers«. 

Was für ein Fund! Im Archiv des Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels in Sachsen-Anhalt entdeckte PD Dr. Peter Wollny, Bach-Forscher des Bach-Archivs Leipzig im März 2013, eine unbekannte Handschrift um 1740 von Johann Sebastian Bach. Hierbei handelt es sich um eine Abschrift  der Messe »Missa canonica« des italienischen Komponisten Francesco Gasparini (1661-1727). Gasparini schuf  die vierstimmige Messe um 1705 in Venedig. 
 

Im Jahre 1713 reiste Bach für ein Gastkonzert mit seiner ersten weltlichen Kantate BWV 208, anlässlich des Geburtstags des Fürsten Christian zu Sachsen-Weißenfels.  Bach schätzte die hohe musikalische Qualität der Hofkapelle des Fürsten, so dass er auch in den drauffolgenden Jahren weitere Gastkonzerte am Weißenfelser Hof bestritt. Ab dem Jahr 1729 wird Johann Sebastian Bach vom Fürsten zum Hochfürstlich Sachsen-Weißenfelsischen Kapellmeister ernannt. Bach führte das Amt neben seiner Stellung als Thomaskantor in Leipzig aus.

 
Die Abschrift der Messe zählt zu Bachs später Schaffensphase, in der er zur Weiterbildung Werke anderer Meister studierte. Dass sich Bach mit der Messe ausführlich beschäftigt haben muss, zeigt sich in der Kanonverarbeitung in seinen Spätwerken, wie dem »Musikalischen Opfer«  und der »Kunst der Fuge«. 
 
Bach erweiterte in seiner Abschrift die Messe mit Streich- und Blasinstrumentenstimmen. 
 
Die Nachricht über diesen alten kulturhistorisch bedeutenden Fund zu lesen, war für mich wie ein Geschenk. Eine weitere Möglichkeit, Bachs großartiges Wirken zu bestaunen.