»C.Ph.E. Bach (08.03.1714-14.12.-1788) – 300. Geburtstag«

Ein zeitweise vergessenes Genie – Wirken und Nachwirkungen eines der empfindsamsten Musikers
08.03.2014

Carl Philipp Emanuel Bach vertonte Klopstocks Morgengesang am Schöpfungsfeste Wq 239 für            2 Soprane, Chor und Orchester (1783). Von dieser Vertonung ebenso wie von dessen weiteren Schaffen war der deutsche Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) so beeindruckt, dass er ein Epitaph auf C.Ph.E. Bachs Grabstein in der Krypta der St. Michaelis-Kirche Hamburg schreiben lies.

»Der tiefsinnige Harmonist vereinte die Neuheit mit der Schönheit, war groß in der vom Wort geleiteten, noch größer in der kühnen sprachlosen Musik!«

Der Schweizer  Kulturphilosoph Johann Georg Sulzer (1720-1779) hegte ebenso eine große Bewunderung für C.Ph.E. Bachs Werke. Im besonderen dessen über 150 Sonatenkompositionen beschrieb Sulzer  in seiner »Allgemeinen Theorie der schönen Künste« mit den lobenden Worten: »Die Möglichkeit, Charakter und Ausdruck in Sonaten zu bringen beweisen die Klaviersonaten unseres Hamburger Bachs. Die mehrsten derselben sind vernehmen glaubt […]. Es gehört unstreitig viel Genie, Wissenschaft und eine besonders leicht fängliche und harrende Empfindbarkeit dazu, solche Sonaten zu machen […]. Es sind wahrhaft leidenschaftliche Tongespräche [ …].«

Am 08.03.2014 feierte die Musikwelt seinen 300. Geburtstag. Der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach ist in Weimar geboren und gehört zu den herausragenden Komponisten der Frühklassik (ca. 1730-1760), auch wenn ihn das romantische Zeitalter etwas in Vergessenheit geraten lies. Sein Einfluss ist weitreichend. Mozarts Ausspruch: »Er ist der Vater; wir sind die Bub‘n. Wer von uns‘ was Recht‘s kann, hat von ihm gelernt.«, ist ebenso aussagekräftig wie Beethoven in einem Brief an Breitkopf & Härtel im Jahr 1809 schrieb: »Von Emanuel Bachs Klavierwerken habe  ich nur einige Sachen, und doch müssen einige dem wahren Künstler gewiß nicht allein zum hohen Genuß, sondern auch zum Studium dienen.«

Der englische Musikhistoriker Charles Burney (1726-1814) berichtete über ihn: »Er ist in jedem Stil ein Meister, ob er sich gleich hauptsächlich dem Ausdrucksvollen widmet.«

Freuen wir uns, dass die Gegenwart sich anlässlich seines 300. Geburtstagsjubiläums wieder an seine Größe erinnert!