»Neues Bach-Gemälde – Wie sah Johann Sebastian Bach wirklich aus?«

Rätselraten um Johann Sebastian Bachs Aussehen nach dem Auftauchen eines neuen Gemäldes
15.12.2013

Die Existenz des unsignierten Pastell-Bildes war seit 1928 bekannt. Das Gemälde wurde in den 30er Jahren an einen Privatsammler weiterverkauft und war seither für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Erst im Dezember 2013 konnte das Portrait vom Bachhaus Eisenach erworben werden. Das Bach-Museum am Geburtsort Johann Sebastian Bachs besitzt die weltweit größte Bach-Portrait-Sammlung. Nach ersten Forschungen handelt es sich um ein Original aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Portrait ähnelt dem bisher einzigen, als echt geltenden Bach-Gemälde von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahr 1746. Personenmerkmale, wie die Augenfarbe sind jedoch verschieden. Stellt das pastellfarbene  Portrait Johann Sebastian Bach wirklich dar?

Bachforscher und Musikwissenschaftler identifizierten es als das Bach-Pastell, welches im Besitz von Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel gewesen sein musste. Zwei briefliche Äußerungen Carl Philipp Emanuel Bachs deuten mit großer Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass dieses Portrait Johann Sebastian Bach darstellt.

„Meines Vaters Portrait, welches ich in meiner musicalischen Bildergallerie, worin mehr als 150 Musicker von Profeßion befindlich sind, habe, ist in pastell gemahlt. Ich habe es von Berlin hierher zu Waßer bringen  laßen, weil dergleichen Gemählde mit trockenen Farben das Erschüttern auf der Axe nicht vertragen  können.“  (Brief von Carl Philipp Emanuel Bach an Johann Nikolaus Forkel vom 20. April 1774)

„Was wollen Sie für ein Portrait vorsetzen? Das, was Sie haben, ist fehlerhaft. Ich habe ein schönes, ähnliches Original in Pastell.“            (Brief von Carl Philipp Emanuel Bach an Johann Nikolaus Forkel vom 13. Januar 1775)

Weitere Briefdokumente verweisen auf einen möglichen Entstehungszeitraum. In den Briefen wird ein bis heute verschollenes Portrait von Anna Magdalena Bach beschrieben. Das wiederentdeckte Pastell könnte somit aus dem Jahr 1732 stammen. Bach hatte zu dieser Zeit auf einer Reise nach Kassel seine Frau porträtieren lassen. Denkbar wäre, dass Bach zeitgleich ebenso von sich ein Portrait anfertigen lies. Es bleibt also weiter spannend. Ich hoffe, dass im Laufe der Zeit weitere Fundstücke auftauchen, sich das Rätsel löst, wie Bach in seinen verschiedenen Schaffensperioden ausgesehen hat.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  

                                                                                    

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                          Gemälde von Elias Gottlob        unsigniertes Pastell-                                                                                                                              Haußmann, 1746                        Gemälde                                                          

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